
Odins Filmtheater war beim Landesfilmfestival am 12. und 13. November zunächst nur Kulisse, am Ende stand das Kino selbst als Sieger da. Den Kurzfilm mit dem Titel „Neustart“ über den Wechsel von analoger zu digitaler Technik kürte eine Fachjury zum Kandidaten für das nächste Bundesfilmfestival der Amateure.
Dann wird der Streifen unter den besten deutschen Amateurfilmen gezeigt. „Neustart“ wurde zudem mit einem regulären Zweiten Preis sowie dem Sonderpreis Bester Schnitt ausgezeichnet. Gleich vier Autoren, die auch Odins-Mitglieder sind, zeichneten für die Doku verantwortlich. Manfred Friedrich, Helge Temme, Christian Theiner und Albert Willeke starteten als „Kinoteam FC Bad Lippspringe“. Der Streifen selbst ist den Odins-Mitgliedern bekannt. „Neustart“ hatte seine Uraufführung beim Neubeginn des Kinos am 15. April 2015. Zu den Klängen von „Spiel mir das Lied vom Tod“ wird in dem für das Festival etwas modifizierten Streifen der alte, extrem schwere Filmprojektor zerlegt. Die
starken Männer vom Bauhof Bad Lippspringe müssen sich erheblich mühen. Danach zieht die neue Digitaltechnik in das schon totgeglaubte Kino ein. Feuerwerksmusik begrüßt das neue cineastische Zeitalter.
Der Filmclub Bad Lippspringe war Ausrichter des zweitägigen Landesfilmfestivals mit insgesamt 24 Filmen sowie 250 Teilnehmern und Besuchern aus ganz Westfalen. Bürgermeister Andreas Bee begrüßte am Samstagmorgen die Teilnehmer zum Auftakt in Odins Filmtheater. Die vielfältige Filmkultur in der Stadt und die Arbeit der Amateurfilmer seien ein Gewinn für
alle, sagte er und wünschte dem Treffen einen guten Verlauf.
Am Ende konnten gerade die Gastgeber auf eine ganze Reihe von guten Platzierungen blicken. Drei Streifen allein aus Reihen des Filmclubs Bad Lippspringe gehen demnächst beim Bundesfilmfestival der nichtprofessionellen Autoren an den Start. Den Ersten Preis und eine Nominierung für den Bundesstart sicherten sich Peter und Angela Lechtreck mit ihrem Film „Abseits“. Genau dahin gerät die junge Hauptdarstellerin – und das gleich doppelt: beim Frauenfußball und wegen der Affäre mit ihrem Lehrer. Die 14-minütige Erzählung wurde unter anderem auf dem Sportplatz der Sportfreunde Oesterholz-Kohlstädt gedreht. Die sechsköpfige Jury zeigte sich beeindruckt von den 20 Laien vor und hinter der Kamera, tollen Dialogen und dem Happy End. Allein die im Film sichtlich um Strenge bemühten Eltern kamen den Experten „etwas hölzern“ vor.
Den Sprung auf die nächste Ebene schaffte auch Manfred Friedrichs Festivalbeitrag „Die Stora Alvaret – eine ungewöhnliche Landschaft“ in Schweden. Glückwünsche gab es zudem für Nachwuchsfilmer Maik Nitschke (17) aus Bad Lippspringe. Er erhielt einen Dritten Preis für seinen genialen und extrem kurzen Filmbeitrag: „Einstein und die Fliege“. Einen Dritten Preis errang zudem die Klasse 10b der Hauptschule Niederntudorf mit ihrer Lehrerin Monika Precker. Mit Unterstützung von Manfred Friedrich drehte die Klassen den Streifen „Sinn des Lebens“.




