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Peter Schanz dreht wieder

Der Bad Lippspringer Filmemacher Peter Schanz dreht wieder. Diesmal sind es die Pilgerwege in der heimischen Region. Auch wenn alle Jakobswege in Santiago de Compostela enden, gibt es Tausende Startpunkte und Etappen in ganz Europa. Im Dezember 2026 soll es soweit sein. Schon jetzt gibt es erste Informationen. Lesen Sie den folgenden Beitrag.

Auf heimischen Pilgerpfaden

„Alle Wege führen nach Rom“ war gestern. Für Pilger auf dem Jakobsweg führen sie stattdessen nach Santiago de Compostela im nordspanischen Galicien. Dort befindet sich das Grabmal Jakobus des Älteren, einem der ersten Jünger Jesu und einem der bekanntesten Heiligen weltweit. Ihm gilt ihre Verehrung.

Allerdings können sich nur wenige rühmen, die gesamte Wegstrecke nach Santiago jemals komplett zurückgelegt zu haben, die beispielsweise ab Paderborn immerhin stolze 2600 Kilometer beträgt. Um eine solche Entfernung auf die ursprünglich klassische Art der Fußwanderung zu bewältigen braucht’s ohne technische Hilfsmittel Monate. Wem lediglich nach Erholung und Selbstfindung ist, der begnügt sich mit Teiletappen, die sich überall anbieten.

Insgesamt verfügen allein Deutschland, die Schweiz und Österreich über ein dichtes Netz von Jakobswegen – sechzig, um genau zu sein. Pilger, die Wert auf Dokumentierung ihrer Teilnahme legen, finden dafür reichlich ausgewiesene Stempelstellen – etwa in Kapellen, Kirchen oder Pfarrhäusern, in Klöstern, an Pilgersteinen. Als europaweit einheitlich gültiger Wegweiser dient ihnen die stilisierte gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund. Übernachtungsmöglichkeiten bieten Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen am Wegesrand, aber auch sogenannten „Pilgerherbergen“ und Privatunterkünfte, die explizit mit dem Siegel „Pilgerfreundlich“ ausgestattet sind.

Allein durch Deutschland verlaufen auf diese Weise 30 sorgfältig erschlossene Jakobswege. Neun durchqueren Nordrhein-Westfalen, deren zwei das Hochstift Paderborn: zum einen die historische Handelsstraße Hellweg –heute B1- von Höxter über Brakel, Paderborn, Soest und Werl und zum andern der so bezeichnete Heerweg, der von Paderborn aus auf den Spuren alter Kriegsheere und fahrender Kaufleute über Hilligen Seele, Husen, Kloster Dalheim, Nieder- und Obermarsberg und Brilon bis ins Sauerland nach Elspe führt.

Hellweg und Heerweg bieten den Stoff für unsere spannende Dokumentation, weil sie mit einer einzigartigen Fülle an Highlights in Form abwechslungsreicher Landschaften, reichhaltiger Geschichte, Kunst, Kultur und Gastlichkeit überzeugen. Obendrein sind sie jederzeit von überall her problemlos quasi direkt von der Haustür aus erreichbar.

Abschied von Wolfgang Günther

Odins Filmtheater nimmt Abschied von Wolfgang Günther. „Wir trauern um einen Wegbegleiter, der als förderndes Mitglied unserem ehrenamtlichen geführten Kino lange Jahre die Treue gehalten hat“, sagt Vorsitzender Ottokar Fischer. „Unser Verein lebt von Unterstützern wie Wolfgang Günther – als regelmäßiger und häufiger Kinogast, der zusätzlich mit seinem Jahresbeitrag unser gemeinsames Engagement unterstützt hat. Das Odins war ihm ein Herzensanliegen. Danke Wolfgang.“

Trauer um Helge Temme

Odins Filmtheater trauert um einen seiner treuesten Filmvorführer. Helge war ein begeisterter Anhänger von Film und Kino. Er drehte eigene Filme, war aber auch für die technische Seite des Genres zu begeistern. Als Mitglied des Filmclubs Bad Lippspringe unterstützte er das Odins schon zu Zeiten, als im Lippe-Institut noch analog vorgeführt wurde. Beim Wechsel zur digitalen Projektion war er 2014 an führender Stelle dabei. Bis vor wenigen Monaten und im hohen Alter stand er Odins-Filmtheater zuverlässig zur Verfügung. Vorsitzender Ottokar Fischer: „Wir verabschieden uns von Helge Temme mit großem Respekt vor seinen Leistungen.“

Besucher Nummer 55.555

 

Bad Lippspringe. Odins Filmtheater hat in diesen Tagen den Besucher Nummer 55.555 begrüßt. Jens Kalkreuter, der zur „RV-FIT“ in der Teutoburger Wald-Klinik in Bad Lippspringe weilte, wollte das ehrenamtlich geführte Kino schon immer einmal kennenlernen. Der Patient stammt aus der benachbarten Badestadt Horn-Bad Meinberg. Bei ihm traf das übliche Überraschungsgeschenk für besondere Gäste, nämlich zwei Kino-Gutscheine mit zwei kleinen Fläschchen Sekt, voll ins Schwarze. Odins-Vorsitzender Ottokar Fischer betonte, seit der Gründung vor 22 Jahren erfreue sich das Kino neben einheimischen Besuchern einer nicht nachlassenden Zahl von immer neuen Gästen aus den Kliniken.

Odins Vorsitzender Ottokar Fischer (rechts) begrüßt Jens Kalkreuter (links), den 55.555. Besucher in Odins Filmtheater in Bad Lippspringe.

Zehn Jahre digitale Projektion

Vor zehn Jahren, am 13. April 2015, ist Odins-Filmtheater e.V. Bad Lippspringe ins digitale Zeitalter gestartet. Nach dem Ende der großen Filmrollen aus Zelluloid stand das 2003 gegründete Kino vor dem Aus. Dem ehrenamtlich geführten Kino drohte die Schließung. 

Um weiterzumachen, waren zahlreiche Schritte erforderlich. Aus dem Club „Odins Filmfreunde“ wurde der eingetragene Verein „Odins Filmtheater Bad Lippspringe e.V.“. „Nur so können wir die Umstellung auf die teure Digitaltechnik schaffen und den Filmbetrieb möglichst bald wiederaufnehmen“, sagte Ottokar Fischer bei einer von mehreren Krisensitzungen. Sobald die Eintragung im Vereinsregister vorliege, könnten Anträge auf öffentliche Zuschüsse für die 60.000 Euro teure  Modernisierung gestellt werden. Neben den zwei Vorsitzenden Ottokar Fischer und Reinhard Brockmann (Stellvertreter) wurden bei der Gründungsversammlung gewählt: Schatzmeisterin Manuela Fischer, Schriftführerin Monika Stappert, Beisitzer Monika Fischer und Hans Schwamborn. Das Team amtiert bis heute in unveränderter Form. 

Zeitgleich zeigten sich einige Bad Lippspringer Geschäftsleute großzügig und sagten  respektable Großspenden zu, die den Kinofreunden neuen Mut machten. Zugleich ging es darum,  möglichst viele fördernde Mitglieder mit einem doppelten  Jahresbeitrag von 48 Euro zu gewinnen. Tatsächlich erwies sich das seit 2003 gewonnene Stammpublikum als ausgesprochen hilfsbereit. 

Alle waren überzeugt, dass die Stadt einfach ein Kino bräuchte. Ältere Lippspringer Bürger erinnerten bei der Gelegenheit an das letzte kommerzielle Kino in der Stadt, das leider 1976 schließen musste. Darüberhinaus gab es tatkräftige und finanziell große Unterstützung von der Stadt Bad Lippspringe und dem Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG). 

Den Weg aus der Krise markierte die Anschaffung eines Projektors vom Typ NEC  NC900C mit Achtkanal-Tonanlage. Die technische Ausstattung gilt als perfekte digitale Projektionslösung für mittelgroße Leinwände wie im Odins Filmtheater mit dem Format 6,00 x 2,50 Meter bei einer Projektionsentfernung von 11,8 Metern.Das Gerät wird eingesetzt in Programmkinos, mobilen Kinos und in Universitäten. Die Filmvorführer im Odins-Team sind unverändert überzeugt: „Unser Projektor läuft wie am ersten Tag und hat fast noch nie von sich aus schlapp gemacht. So soll es bleiben.“

Das Bild oben zeigt den Gründungsvorstand und seine wichtigsten Unterstützer aus Stadtspitze und MZG, von links nach rechts: Burkhard Blienert (SPD-Bundestagsabgeordneter mit besten Kontakten zur Filmförderanstalt), MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer, die Vorstandsmitglieder Monika Stappert, Hans Schwamborn, Manuela Fischer, Reinhard Brockmann, Monika Fischer, Ottokar Fischer, und der damalige Bürgermeister Andreas Bee.

 Foto: Manfred Friedrich 

 

WW-Kulturpreis an Peter Schanz

Glückwunsch von Odins Filmtheater an den heimischen Filmemacher Peter Schanz: Der Publikumsliebling im Odins hat den Kulturpreis 2024 des Versorgers WestfalenWeser, dotiert mit 2000 Euro, gewonnen.
 

Der Autor von „Märchen, Mythen, Morde: Ostwestfalen schön bis schaurig“ sowie vier weiteren Filmen aus der Region wurde bei einer feierlichen Preisverleihung in der Abtei Marienmünster geehrt. Ausgewählt worden waren Künstler der verschiedensten Genres aus OWL, dem Sauerland und Südniedersachsen, dem Verbreitungsgebiet von WestfalenWeser.

Vor zwei Jahren war Odins Filmtheater ebenfalls aus dem Wettbewerb als Preisträger hervorgegangen. Der WWKulturpreis leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Kulturszene in der Region. Als kommunales Unternehmen sei es WestfalenWeser ein wichtiges Anliegen, großartigen Ideen und kreativen Köpfen Sichtbarkeit zu verschaffen und sie gebührend auszuzeichnen, hieß es bei der Veranstaltung von Unternehmensseite.

Die Nominierung von Peter Schanz für den Wettbewerb durch den Rat der Stadt Bad Lippspringe geht auf einen Vorschlag der heimischen FDP zurück. Fraktionsvorsitzender Lukas Lambrecht hatte sich im Findungsausschuss für die Non-Profit-Produktionen des Bad Lippspringer Mitbürgers erfolgreich eingesetzt. Mit ostwestfälischer Heimatgeschichte, Naturaufnahmen und Erzählhandlungen in Form abendfüllender Kinofilme habe er stets auch die Badestadt auf die große Leinwand gebracht.

Alle fünf Filme fanden in Odins Filmtheater großen Zuspruch und sind  immer noch in den Kulturprogrammen lokaler Vereine stark gefragt. Dabei handelt es sich um diese Titel: „Märchen. Mythen. Morde. Ostwestfalen schön bis schaurig“ (2023), „Corona Cowboys – Powern statt Versauern“ (2022), „Mystische Orte – Schaurige Geschichten – Spurensuche in Ostwestfalen-Lippe „(2020) und „Jäger und Gejagter – Der Wildschütz Hermann Klostermann“ (2017)

Peter Schanz dreht und produziert stets mit einem Stab aus je 40 bis 50 ehrenamtlichen Helfern, Musikern, Darstellern, Kostümbildnern und Technikern. Lokale Sponsoren beteiligten sich an Fahrtkosten und Catering. Selbst die Filmmusik wird von Schanz oder anderen heimischen Komponisten selbst geschrieben. Keiner der genannten Filme kommt ohne Bilder aus Bad Lippspringe aus und  alle Streifen haben engen Bezug zur Region über einzelne Orte hinaus.

Filmtrailer und Hintergründe: www.blautann-film.de

Trauer um Christian Theiner

Wir trauern um Christian Theiner. Eine tückische Krankheit hat unseren guten Freund und absolut verlässlichen Filmvorführer aus dem Leben gerissen. Christian war seit bald 20 Jahren dabei. Gemeinsam mit Kameraden aus dem Filmclub Bad Lippspringe hat er kurz nach der Gründung von Odins Filmtheater 2003 mit Begeisterung und viel Engagement vor allem technische Hilfestellung geleistet – bis heute.  Als Technikwart im Filmclub Bad Lippspringe übernahm er zusätzlich monatlich zwei Vorführungen zunächst auf der analogen Projektionsanlage: Nach 2014 arbeitete er dann wie selbstverständlich mit der digitalen Kinotechnik. Mit großer Souveränität und auf seine ruhige Art spulte er in  zwei Jahrzehnten hunderte von Vorstellungen ab und hinterlässt eine große Lücke,

Marita Tasche 50.000 Besucherin

Erst war sie froh, dass sie überhaupt eine Eintrittskarte ergattern konnte – und dann gab es noch einen Präsentkorb oben drauf:  Marita Tasche aus Benhausen war am 27.02.2024 die 50.000 Besucherin in Odins-Filmtheater, das vor 20 Jahren gegründet wurde. Sie und ihre Freundinnen  aus dem Nachbarort Benhausen wollten den aktuellen Erfolgsfilm „Paderborn – Ungesehen“ endlich selbst erleben. In der langen Schlange vor der Kinokasse war es dann Marita Tasche, die die Kinokarte mit der magischen  Nummer „50.000“ für sieben Euro erwarb.

Vorsitzender Ottokar Fischer gratulierte der Zuschauerin, die zum ersten Mal das kleine ehrenamtliche Kino in Bad Lippspringe besuchte. Fischer überreichte einen Präsentkorb, der  mit Artikeln aus der „Süßen Ecke“ und zwei Kinokarten für einen weiteren Besuch gefüllt war. Die Gewinnerin erzählte, dass sich der Abstecher nach Bad Lippspringe spontan ergeben habe, als jemand aus der WhatsApp-Gruppe „Frauen treffen Frauen“ auf die Filmvorführung an der Lippequelle aufmerksam gemacht hatte. Zehn Frauen meldeten sich an, neun machten sich schließlich auf den Weg und eine zog das große Los – Marita Tasche.

Riesenerfolg: Paderborn – Ungesehen

Der erfolgreichste Film der Jahres 2024 in Odins Filmtheater steht vermutlich längst fest. Paderborn – Ungesehen, das liebevolle Stadtporträt von Filmemacher Julian Jakobsmeyer,  begeisterte unser Publikum im Frühjahr in sechs Vorstellungen.  Bislang sind keine weiteren Termine geplant, aber Vereine und große Gruppen können gerne nach einer Sondervorstellung  nachfragen. Sprechen Sie uns im Kino einfach an.