Wildschütz Klostermann am 18. Juni im Odins

Die Geschichte vom Wildschütz Klostermann, dem 1839 geborenen berühmtesten Wilderer im Hochstift, ist seit seiner Premiere in Warburg ein großer Erfolg. Mehr als 1000 Zuschauer haben den Streifen dort schon gesehen. Das Odins wird den Film   am Donnerstag  7. Juni  in zwei Vorstellungen um 19.30 Uhr und um 21.15 Uhr und am 18. Juni um 19.30 Uhr präsentieren.  Die Aufführung ist Bestandteil der Jubiläumswoche „15 Jahre Odins Filmtheater“. Der Eintritt beträgt aus diesem Grund nur 4 Euro pro Person. Das ist der Tarif, mit dem das ehrenamtliche Bad Lippspringe Kino im Juni  2003 seinen Spielbetrieb aufnahm. Der heimische Filmemacher Peter Schanz hat  „Jäger und Gejagter – Der Wilddieb Hermann Klostermann“ produziert. Er wird an der Vorführung teilnehmen.

Filmdokumentation zeigt  Fakten und Legenden um den  Robin Hood der Egge

Die  damalige Berichterstattung im WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT und Heimatromane

Peter Schanz, Produzent, Autor und erster Kameramann in Personalunion

machten Klostermann schon bald zum legendären „Robin Hood der Egge“. Der Film zeigt ihn ungeschönt sowohl als Kriminellen, der auf seine Verfolger schoss, als auch als charmanten Held, den die Frauen liebten und die Bauern vor der Obrigkeit verleugneten. Produzent Schanz: „Für das Königreich Preußen, dem Westfalen damals einverleibt war, mutierte er nach und nach zum Staatsfeind Nummer Eins.“ Schon während seiner zweijährigen Militärzeit in Minden fiel er durch Ungehorsam auf und wurde 23 Mal bestraft. Zurück zum verhassten Stiefvater, der Förster in Hakenberg und Mittelwald bei Scherfede war, konnte er nicht. Klostermann tauchte als Wilderer im Grenzgebiet von Egge und Waldecker Land unter. Schanz: „Dank außergewöhnlicher Treffsicherheit mit dem Gewehr und abgebrühter Cleverness seinen Verfolgern gegenüber erlangte er in kürzester Zeit legendären Ruf.“

40 Laienschauspieler, Heimatforscher und Helfer rund um Co-Produzentin Anke Schanz haben an der 90-minütigen Filmdokumentation mitgewirkt. Die Hauptrolle spielt Julian Jakobsmeyer aus Paderborn. Gedreht wurde vor Dutzenden heimischen Kulissen: Kloster Dalheim, Hardehausen, mystische Orte wie die Wüstungen Nutlon und Alt-Rhoden bei Diemelstadt, Richts-Deele in Buke, eine historische Haftzelle in Fürstenberg, Himmighausen, Bierbaums Nagel bei Borlinghausen, der Haxtergrund und eine Sakristei im Dom rücken ebenso ins Bild, wie Motive aus Bad Lippspringe, dem Durbeke- und Silberbachtal sowie dem Freilichtmuseum in Detmold.

Die Dokumentation zeigt Spielszenen in schwarz-weiß, zu denen Schanz sachkundige Kommentare spricht. In Farbe präsentiert er Forschungsergebnisse von heute und die wunderbar bewahrte Flora und Fauna der Egge. Nicht alles kann geklärt werden. Nur der Legende nach gab es eine schöne Frau an Klostermanns Seite, für die Anke Schanz ein prächtiges Kleid genäht hat. Dokumentiert ist Klostermanns Verurteilung in Paderborn zu acht statt der geforderten 20 Jahre wegen Mordversuchs. Legende dagegen bleibt, ob eine der auffallend vielen Zuhörerinnen im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündung in Ohnmacht fiel.

Zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=0xecVxqDAcE&index=1&list=FLvlaXJGm-kr0HJtgaae4pkA

Mehr Infos unter: www.blautann-film.de