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Kinos fürchten um Vorsprung vor Internet

Deutschlands Kinos fürchten  um ihren letzten Schutz vor Netflix, iTunes und  Raubkopierern im Internet. Die bisherige Sperrfrist zu ihren Gunsten wankt. Meist kommen nach dem bundesweiten Kinostart eines geförderten Filmes kostenpflichtige Internet-Downloads  nach sechs Monaten, das Pay-TV nach zwölf und das Free-TV nach achtzehn Monaten zum Zuge. Relative Sicherheit vor Raubkopien bietet nur die Kinotechnik. Künftig könnten Ausnahmen sehr viel großzügiger als bislang erteilt werden. Das wurde im Juni  bei der ersten Lesung des neuen Filmförderungsgesetzes im Bundestag deutlich.  Johannes Selle (CDU) sagte, bei einem schlechten Start an den Kinokassen  sollten die nächsten Auswertungsstufen etwa eines Dokumentarfilms  früher greifen. Im Mai  hatte auch schon der Bundesrat mehr Flexibilität gefordert.

Burkhard Blienert (Paderborn), filmpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hielt dagegen: „Die Verkürzung des Kinofensters ist eher unpassend und kontraproduktiv.“ Das schade  besonders Programmkinos und Lichtspielhäusern in kleineren Städten. Im Gegenteil gelte es angesichts der Internet-Konkurrenz den öffentlichen Kulturort Kino zu schützen.

Wörtlich heißt es in einem Protestbrief zahlreicher privater Kinobetreiber: „Kinos sind, anders als die nachgeordneten Verwertungsstufen, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Orte.“ Häufig seien sie die letzte verbliebene Kultureinrichtung in den Kommunen. Mit 28 Millionen Euro Filmabgabe pro Jahr trügen die deutschen  Kinos  50 Prozent zur Filmförderung bei.  Eine  Aufweichung der  Sperrfristen begünstige  dagegen Internetanbieter, die nicht einmal Steuern in Deutschland zahlten. Der Hauptverband deutscher Filmtheater (HdF) und die AG Kino/Gilde warnen vor einer dramatischen Verschlechterung ihrer Lage. Eine Neuregelung hätte  zudem  „eine erhebliche Hebelwirkung auf die Vertragspraxis der nicht den Sperrfristen des Filmförderungsgesetzes unterliegenden   US-Filmstudios, die nach wie vor den überwiegenden Anteil am deutschen Filmmarkt haben.“

Das neue Gesetz, das im Herbst beschlossen wird,  müsse aber auch lange vermisste soziale Mindeststandards bei der Produktion sichern, sagte Blienert.   „Von fairen und sozialverträglichen Bedingungen am Set kann der deutsche Film nur profitieren.“ Zudem sorge die Neufassung des Gesetzes für mehr Frauen in den Fördergremien und bessere Bedingungen für Drehbuchschreiber.

 

 

 

 

 

Komödie für Flüchtlinge – Tränen gelacht

 

Bad Lippspringe. Mit dem Kinofilm „300 Worte Deutsch“   hat Odins Filmtheater am 19. 02. 2016  die Flüchtlingsarbeit in Bad Lippspringe unterstützt und die Arbeit der Helfer gewürdigt. 70 Schüler und Lehrer der ehrenamtlichen Sprachförderung im Evangelischen Gemeindezentrum ließen sich von der Komödie mit Christoph Maria Herbst begeistern. „Die Comedy um sieben Bräute aus der Türkei, die dringend Deutsch lernen müssen, war ideal für dieses Publikum“, sagte hinterher Odins-Vorsitzender Ottokar Fischer. „Alle haben Tränen gelacht“. Seit gut einem Jahr werden Schutzsuchende aus Syrien, Irak, Eritrea, Afghanistan, Bangladesch, Pakistan und anderen Krisenstaaten von 20 Freiwilligen mit den ersten Begriffen auf Deutsch vertraut gemacht. Initiator Harald Knobloch (87) ist überzeugt, dass Flüchtlinge bei uns nur eine Chance haben, wenn Sie gutes Deutsch sprechen. Organisator   Jürgen Peters sagt: „Wir bereiten die Neuankömmlinge in Bad Lippspringe auf die später folgenden, staatlich geförderten Kurse vor.“ Inzwischen sind die ersten Absolventen dort bereits angekommen. Peters: „Wie wir hören, sind sie dort gut gerüstet und erfolgreich.“

Sondervorstellung für Flüchtlinge: Sprachkurslorganisator Jürgen Peters (von links) und Initiator Harald Knobloch mit dem Odins-Vorsitzenden Ottokar Fischer. Foto: Odins Filmtheater
Sondervorstellung für Flüchtlinge: Sprachkursorganisator Jürgen Peters (von links) und Initiator Harald Knobloch mit dem Odins-Vorsitzenden Ottokar Fischer.

 

 

 

Einbrecherwettkampf

 Tüftler_Bombe

Bad Lippspringe.  „Türen, Fenster, Laserstrahlen“- das sind die drei Disziplinen beim „Einbrecherwettkampf“, den Lemgoer Studenten für das Netzwerk „Zuhause Sicher e. V.“ entwickelt und für die Kreispolizeibehörde Paderborn in ein Kinoformat gebracht haben.

3kAMPFAlle vier Minuten wird in Deutschland eine Wohnung ausgeräumt. Allein im Kreis Paderborn registrierte die Polizei im letzten Jahr über 400 Wohnungseinbrüche. Deshalb werben die drei Internetspots, einer so rasant amüsant wie der andere, künftig auch im Kino für mehr Schutzmaßnahmen und Aufmerksamkeit.

Ein Bösewicht vom Typ Tüftler sprengt kurzerhand die Fensterscheibe weg, die Athletin zirkelt elegant durch ein Spinnennetz aus Laserstrahlen und der Grobian stürmt durch die geschlossene Holztür wie nichts. Jeder Wettstreit ist anders, aber immer ist einer der Langfinger in weniger als 30 Sekunden am Ziel und drückt den roten Button. Ein triumphaler Tusch erklingt, die eingeblendete Botschaft lautet: „Einbrecher werden immer besser“.  Regisseur Lutz Gottschalk (23, aus Büren) und Produktionsleiter Robert Maciejewski (24, Werdohl) präsentierten die Kinofassung jetzt erstmals in Bad Lippspringe. Die Spots sind das Ergebnis einer Semesterarbeit eines 21-Köpfigen Teams, bestehend aus Studenten der Fachrichtung Medienproduktion sowie ehrenamtlichen Helfern, betreut durch Prof. Heizo Schulze.

Das Netzwerk „zuhause-sicher.de“, eine bundesweite Initiative von Polizei und Wirtschaft, hat die drei Spots mit einer Spende an die Hochschule Ostwestfalen-Lippe unterstützt. Vier Tage wurde mit gelernten Schauspielern in einer alten Werkshalle bei Vlotho gedreht. „Absolut professionell“ lobt Polizeihauptkommissar Ulrich Krawinkel aus Paderborn das Ergebnis.

„Die technische Sicherung der eigenen vier Wände ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen, um Einbrüche zu verhindern. Daher fördern die Spots unsere Präventionsarbeit in besonderem Maße“, sagt Hauptkommissar Krawinkel. Deshalb wollte er, dass die kurzen Youtube-Spots nicht nur auf den Minibildschirmen der Smartphones Verbreitung finden. Krawinkel bat die Studenten die Spots in das kinofähige Format dcp umzuwandeln und organisierte die Deutschlandpremiere auf der Großleinwand des ehrenamtlichen Odins-Filmtheater in Bad Lippspringe.

Produktionsleiter Robert Maciejewski (von links), Regisseur Lutz Gottschalk und Polizeihauptkommissar Ulrich Krawinkel präsentierten die Kinofassung des Einbrecherwettstreits jetzt erstmals in Bad Lippspringe. Ganz rechts im Bild Ottokar Fischer, Vorsitzender Odins Filmtheater Bad Lippspringe.
Produktionsleiter Robert Maciejewski (von links), Regisseur Lutz Gottschalk und Polizeihauptkommissar Ulrich Krawinkel präsentierten die Kinofassung des Einbrecherwettstreits jetzt erstmals in Bad Lippspringe. Ganz rechts im Bild Ottokar Fischer, Vorsitzender Odins Filmtheater Bad Lippspringe.

Weitere Kinos sollen folgen, wenngleich einige Großkinos zunächst „abwinkten“. Odins-Chef Ottokar Fischer: „Ich verstehe nicht, wie man sich so einen amüsanten und zugleich lehrreichen Vorfilm entgehen lassen kann.

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Wir sind Kulturpreisträger

Odins-Filmtheater ist Träger des Bad Lippspringe Kulturpreises 2016. Ein Auswahlgremium des Kulturausschusses  hat uns vorgeschlagen, der Rat der Stadt ist diesem Votum gefolgt. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von 500 Euro. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung“, sagte Odins-Vorsitzender Ottokar Fischer bei der Überreichung der Auszeichnung durch Bürgermeister Andreas Bee. Fischer: „Vor allem freuen wir uns, dass unsere gesamte Arbeit so große Anerkennung bekommt.“

Odins zeigt engagierte Vorfilme

Es gibt wieder Vorfilme im Kino. Spätestens seit Youtube haben kurze Streifen von manchmal nur zwei minuten Länge wieder Konjunktur. Deshalb beteilgt sich Odins-Filmtheater an der Aktion  „Augenblicke – Kurzfilme im Kino“. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRUM) in Paderborn  zeigt das Bad Lippspringer Kino jeweils vor dem Hauptfilm des Abends  Produktionen, die sich vom Mainstream der Filmlandschaft abheben. Die Vorauswahl von 10 Kurzfilmen hat ein Gremium der Deutschen Bischofskonferenz getroffen.  Das Odinsteam sucht daraus passende Streifen zum jeweiligen Filmabend aus. Dabei gelten die Kriterien „Kinotauglichkeit – inhaltlicher und ästhetischer Anspruch – originelle und lebensbejahende Unterhaltung“. In en kommenden Wochen sollen die Film mit Themen wie Flucht, zwischenmenschliche Konflikte oder auch nur Tücke des Objekts  den Blick auf die unterschiedlichsten Aspekte des menschlichen Lebens werfen, die zum Nachdenken und zum Gespräch anregen.