Odins Filmtheater nimmt telefonische Reservierungen nicht länger an. Kommen Sie kurz nach 19.00 Uhr und Ihr Ticket ist zu 99 Prozent sicher. Als kleines ehrenamtliches Kino mit mobiler Kasse können wir uns ein aufwändiges elektronisches Vorverkaufssystem nicht leisten. Ein Online-Kartenverkauf mit Platzreservierung und allen Annehmlichkeiten großer Kino-Zentren würde unsere unschlagbar günstigen Eintrittspreise in die Höhe treiben.
Frank Becker, einer der Anstoßgeber von Odins Filmtheater, ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen würdigte den Brackweder Kinofreund und Begründer eines der größten deutschen Filmarchive bei einem Festakt im Alten Rathaus.
Vor 20 Jahren hatte Becker Bad Lippspringe seine Mithilfe bei der Wiederbelebung der Kinotradition in der Kurstadt angeboten. Er stellte Filme und Projektor, die Stadt unter Bürgermeister Willi Schmidt organisierte Raum und Finanzen und eine Handvoll von Kinofreunden starteten im Sommer 2003 mit Vorstellungen an zwei Tagen pro Woche im Lippe-Institut. Erst 2014 endete mit der Umstellung auf Digitaltechnik die Kooperation zwischen Becker und Bad Lippspringe in bestem Einvernehmen.
Die Stadt Bielefeld würdigte jetzt zu allererst Beckers Verdienste um den Aufbau des „Medienarchivs Bielefeld Frank-Becker-Stiftung“. Der seit 1975 aufgebaute Fundus aus Archiv, Datenbank und analoger Kinotechnik gilt als umfangreichste private Film- und Ton-Sammlung in Deutschland. Auch ein schwerer Feuerschaden im August 2022 hat ihn nicht bremsen können. Becker war schon in einer Jugend „filmverrückt“ und bespielt bis heute das Stadtteilkino „Melodie“ in der Brackweder Realschule. Er betreibt zudem das Hörfunkstudio „Am Mausteich“ mit Bürgerfunk.
Odins Filmtheater gratuliert auf das Allerherzlichste mit den Worten: „Lieber Frank, du hast das Bundesverdienstkreuz wahrlich verdient.“
Trauer um Karl-Heinz Arnemann: Im Alter von 78 Jahren ist unser aktives Mitglied Anfang Dezember 2023 verstorben. Karl-Heinz hat, solange es seine zuletzt nachlassenden Kräfte erlaubten, an der Kasse und im gesamten Kinobetrieb mitgewirkt. Bei einem eindrucksvollen Trauergottesdienst in seiner St. Mariengemeinde wurde deutlich, wie vielfältig Karl-Heinz Arnemann, der erst vor gut zehn Jahren von Werl nach Bad Lippspringe kam, engagiert war. Neben dem Kino gehörte er dem Helferkreis der Friedenskapelle an, war MItglied der Kolpingsfamilie, bei „Ü60“ sowie „60+“ aktiv, übernahm ehrenamtliche Küsterdienste und sang im Ökumenischen Chor. Wir werden Karl-Heinz vermissen.
Odins Filmtheater trauert um Erika Grobbel. Die Kulturpolitikerin, Künstlerin und stets wohlwollende Begleiterin der Entwicklung von Odins Filmtheater ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Als langjährige Vorsitzende des Kulturausschusses im Stadtrat war sie sowohl am Gründungsprozess 2003 von Bad Lippspringes einzigem Kino beteiligt, wie sie später auch dem Kinoverein als förderndes Mitglied beitrat. Odins Vorsitzender Ottokar Fischer: „Erika Grobbel hat viel im Hintergrind bewirkt. Wir hatten den Eindruck, dass sie stets eine schützende Hand über uns gehalten hat. Wir werden sie vermissen.“
„Odins Filmtheater hat heute einen festen und wichtigen Platz im Kulturleben der Stadt“: Mit diesen Worten gratulierte Bürgermeister Ulrich Lange in einer kleinen Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen des ehrenamtlichen Kinos im Lippe-Institut. Am 4. Juni 2003 startete dort der reguläre Filmbetrieb. Mehr als 2000 Filme mit knapp 50.000 Zuschauern wurden seitdem gezählt.
Lange erinnerte an die Anfänge, als der damalige Bürgermeister Willi Schmidt, Rat und Verwaltung, allen voran die damalige Kulturausschussvorsitzende Erika Grobbel „mit Herzblut und Überzeugungskraft“ das Projekt Kino starteten. Der Brackweder Kinoenthusiast Frank Becker konnte mit einer Probeaufführung alle überzeugen. Unmittelbar danach schlossen sich zwei Dutzend freiwillige Helfer zusammen. Nicht wenige Kinofreunde der ersten Stunde sind immer noch aktiv. Darunter ist auch Ottokar Fischer, heute Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „OdinsFilmtheater“. Er wurde unter großem Beifall der Gäste zum „Mister Kino Bad Lippspringe“ ernannt.
Bürgermeister Uli Lange und Ratsfrau Barbara Mikus
Fischer dankte mit Blick auf zwei Jahrzehnte Kino für die wohlwollende Unterstützung von Seiten der Politik, des MZG und der Verwaltung. „Und ohne unsere vielen kleinen und großen Sponsoren hätten wir die Umstellung auf die digitale Technik 2014 nie geschafft.“, ergänzte Fischer und richtete seine Worte an „die treuen Zuschauer, die selbst nach dem Corona-Lockdown schneller zu uns zurückgefunden haben als in viele andere Kultureinrichtungen.“
Bürgermeister Lange zeigte sich stolz darauf, dass Bad Lippspringe, gemessen an seiner Größe, eine erstaunliche Vielfalt an Kultur zu bieten habe. Neben dem Odins erwähnte Lange den Filmclub Bad Lippspringe, der regelmäßig Preise auf Landes- und Bundesebene abräume. Dritter im Bunde der Cineasten sei Filmemacher Peter Schanz, der für seine Heimatfilme bis zu 50 Laien und Helfer aus dem gesamten Hochstift zusammenbringe. Lange: „Ohne einen Schwenk über Strothe und den Lippspringer Wald kommt keiner seiner Filme aus. Rund um die Lippequelle, „Odins Auge“ genannt, mit Burg, Kongresshaus und Arminiuspark habe eine vielfältige Lippspringer Kultur ihre Hauptbühne.
Im Anschluss an den offiziellen Teil tauschten sich Mitglieder, Sponsoren und politische Wegbegleiter im Foyer des Lippe-Instituts aus. Besonders gefragt war der Brackweder Kinoenthusiast Frank Becker, der mit dem damaligen Bürgermeister Willi Schmidt den Gründungsvertrag ausgehandelt hatte.
Odins Filmtheater hat einen mit 6000 Euro dotierten Hauptpreis im Wettbewerb um den „WWKULTURPREIS22“ errungen. Insgesamt haben Städte und Gemeinden 43 Kulturschaffende für den Wettbewerb nominiert, neun davon kamen in die letzte Runde. Sie bekamen jetzt im Kurtheater Bad Meinberg je einen Hauptpreis von 3.000 bis 10.000 Euro. Die übrigen Nominierten dürfen sich als zweite Sieger fühlen und trugen ebenfalls Preise davon. Die Auswahl traf eine hochkarätig besetzte Jury.
Beim Anfang des Jahres erstmals ausgeschriebenen WWKULTURPREIS konnten Kulturschaffende aus allen Bereichen dabei sein. Das Vorschlagsrecht lag bei den Kommunen im Geschäftsgebiet von Westfalen Weser (WW). Im Kurtheater Bad Meinberg wurde Odins Filmtheater ausdrücklich als kulturelles Aushängeschild der Region gewürdigt. „Der Verein zeigt nicht einfach nur Filme“, so die Jury, sondern bietet das gesamte Gemeinschaftserlebnis „Kino“. Damit habe der Verein es geschafft, „wieder einen regelmäßigen Kinobetrieb in die Stadt zurückzuholen.“ Und sie hebt das „umfassende Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Mitglieder, die als Filmvorführer*in arbeiten, an der Kasse Eintrittskarten verkaufen oder die Gäste mit kleinen Leckereien und Getränken versorgen“, hervor. Für die Jury stehe fest: „Ehrenamt funktioniert nicht ohne Leidenschaft, und diese pflegt man hier nicht nur für den Film, sondern auch und gerade für das Kino. Damit schafft der Verein seit fast zwei Jahrzehnten eine solide Insel in der schmelzenden Kinolandschaft.“
Kulturschaffende aus allen Bereichen ausgezeichnet Mit Hauptpreisen ausgezeichnet wurden außerdem: Nora Liebetreu – Stadt Paderborn, das Orange Blossom Special Festival – Stadt Beverungen, Claudia Erler – Samtgemeinde Bodenwerder Polle, Dirk Kaiser – Stadt Bünde, das Cafe und Zimmertheater – Stadt Höxter, „Löhne umsteigen-Der Bahnhof“ e.V. – Stadt Löhne, die Dorfjugend Heeßen e.V. – Samtgemeinde Eilsen und der Heimatverein Rödinghausen e.V. – Gemeinde Rödinghausen. „Die Fülle und Bandbreite der Kulturangebote und Kulturschaffenden, die von ihren Kommunen für den Wettbewerb vorgeschlagen wurden, hat uns völlig begeistert“, freute sich Jürgen Noch, Geschäftsführer Westfalen Weser Energie, bei der Preisverleihung. „Wir sind immer noch überwältigt von der großartigen Resonanz auf unseren neuen WWKULTURPREIS22!“ Das rein kommunale Unternehmen möchte mit dem Wettbewerb dazu beitragen, der Kulturszene in der Region nachhaltig neuen Schwung zu geben, der auch über die kommenden Jahre trägt.
Ungeahnte Fülle und Bandbreite des Kulturangebots „Kultur bereichert das Leben, inspiriert und verbindet Menschen. Gerade unsere regionale Kultur hat jede Menge zu bieten. Wer große Kultur nur in den Metropolen und Oberzentren sucht, verpasst ziemlich viel“, weiß Carsten Hormes durch seine eigene Tätigkeit. Er ist künstlerischer Leiter beim KulturBüro-OWL, das den Wettbewerb durch seine fachliche Expertise unterstützt. Der Wettbewerb habe gezeigt: Es gibt sehr viele gute Ideen und kreative Köpfe, die unsere Region hervorbringt und auch anziehend macht.
Westfalen Weser möchte diese Projekte, Vereine, Initiativen und Kulturschaffenden ins Rampenlicht rücken. Sie prägen in besonderer Art und Weise die kreative Landschaft und sind Aushängeschilder für eine lebendige kulturelle Vielfalt. Der Jury mit Carmen Emigholz, Mitglied im Vorstand der kulturpolitischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, Staatsrätin für Kultur, Prof. Dr. Beate Flath, Professorin für Eventmanagement, Schwerpunkte Popmusikkulturen und digitale Medienkulturen an der Universität Paderborn, Hans Jacobshagen, Producer für Kabarett und Unterhaltung, Bertram Schulte, ehem. Intendant Stadttheater Minden und Jürgen Noch ist es bei der Premiere des Wettbewerbs gelungen, die ersten verborgenen Schätze der regionalen Kultur zu heben. „Bei der nächsten Ausschreibung Anfang des kommenden Jahres werden wieder neue Aushängeschilder für die kulturelle Vielfalt dabei sein“, ist sich Jürgen Noch ganz sicher.
Astrid Bunse ist die 45 000. Besucherin in Odins Filmtheater. Die Bad Lippspringerin mag Musik, insbesondere die Bühnenshow und das Talent von Elvis Presley. Das führte sie an einem der heißesten Filmabende des Sommers 2022 in das heimische Kino an der Lippequelle. An der Abendkasse kaufte sie das kleine Ticket mit der laufenden Nummer 45.000 – und wurde von Vorstandsmitglied Reinhard Brockmann begrüßt. Über Sekt und das Kinoplakat des Abends freute sich die völlig überraschte Bad Lippspringerin.
Sie hatte sich für den Film „Elvis“ entschieden. Der Streifen erzählt nicht zum ersten Mal die Lebensgeschichte und den tragischen Tod des US-amerikanischen Superstars der 1960er und 1970er Jahre. Im Blickpunkt der Verfilmung stand die Rolle des Managers, meisterhaft verkörpert von Tom Hanks.
Am Ende des mit fast zweieinhalb Stunden überlangen Films waren die zahlreichen Zuschauer begeistert: meisterhaft und hoch interessant. Astrid Bunse und weitere Besucher waren sich hinterher einig: „Elvis hätte ruhig noch mehr Titel singen können, selbst wenn der Abend noch länger geworden wäre.“
Odins Filmtheater gratuliert: Der Filmclub Bad Lippspringe hat drei Einladungen zum Bundesfilmfestival der Amateurfilme eingeheimst. Aus 34 Bewerberfilmen auf NRW-Ebene errang Heinz-Jürgen Krüger mit „Der Landschaftspfleger“ einen zweiten Preis. Je ein dritter Preis ging an Manfred Friedrich mit „Eine Herausforderung“ und Helge Temme mit „Farbumkehr“. Die Online-Abstimmung erfolgte intern. Wann die Filme der Öffentlichkeit auf der großen Leinwand in Odins-Filmtheater präsentiert werden können, ist wegen der Corona-Pandemie noch unklar.
Der Filmclub ist ein enger Kooperationspartner des ehrenamtlich geführten Odins Filmtheater inBad Lippspringe. Bislang richtete der Club fünf Landeswettbewerbe im Hörsaal des Lippe-Instituts aus. Am 13. und 14. November 2021 soll, wie seit langem geplant, hier wieder ein Landesfilmfestival stattfinden. Allerdings muss auch hier die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie noch abgewartet werden.
Mitten im strengsten Corona-Lockdown hat Odins Filmtheater am 28.02.21 in Bad Lippspringe mit der Sondervorstellung „Kino für Kuscheltiere“ ein Zeichen gesetzt. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Kino leuchtet für Dich“ brannten in allen deutschen Filmtheatern die Lichter und Leuchtreklamen. Zudem gab es überall verschiedene Aktionen vor Ort und eine gemeinsame Sichtbarkeit der Aktion in den sozialen Netzwerken.
Dem ehrenamtlichen Kleinkino im Hörsaal des Lippe-Instituts war etwas ganz besonderes eingefallen. Vorsitzender Ottokar Fischer: „Ein noch so strahlend heller Kinosaal ohne Zuschauer ist und bleibt sehr traurig.“ Deshalb durften 100 große und kleine Stofftiere das seit langem vermisste Gemeinschaftserlebnis Kino erfahren. Fischer: „Trotz aller Corona-Verbote, um die kein Weg herumführt, hatte Odins Filmtheater endlich mal wieder ein volles Haus mit einem tollen Publikum.“
Große und kleine Kuscheltiere drängen sich vor der Leinwand.
Alle wollen das Gemeinschaftserlebnis Kino nach vielen Monaten Lockdown genießen.
Die ganz Kleinen dürfen vorne sitzen.
Still sitzen fällt auch Kuscheltieren schwer. Pssst! Gleich fängt der Film an.
Hallo, das ist richtig Leben vor der Leinwand. Ist Corona vorbei? Ja, für Kuscheltiere.
Nanu, Licht im Kino? Was ist da los?
Licht am Ende des Corona-Tunnels. Kino leuchtet auch für dich!
Kinofreunde aus Fleisch und Blut müssen leider noch warten. Durchhalten Leute, es lohnt sich.